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Edition 2006
1. Sept. - 1. Okt. 2006

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© Danaé Panchaud - Still

Danaé Panchaud

Still
Ich stamme aus einer Generation, welche die grenzüberschreitenden, militanten, kritischen, engagierten "Körper" der Feministinnen oder Künstlerinnen/Künstler in den 60er-, 70er und 80er-Jahren nicht kennt. Der Körper, den ich kenne, ist bis zum Äussersten kodifiziert – sei es in seiner äusseren Erscheinung, seiner Sexualität, seiner Gesundheit oder seiner Jugendlichkeit. Mir scheint, wir verfügen gegenüber der Gewalt, welche diese Kodifizierung mit sich bringt (mit oft widersprüchlichen Auflagen und sehr aufsässigen Praktiken) nicht mehr über dieselben Mittel und Reaktions-Strategien, Kritik- und Verteidigungsmöglichkeiten wie die vorangegangenen Generationen, die noch besser damit umgehen und sich dagegen wehren konnten. Das Engagement und der Widerstand weichen, Schritt für Schritt, Rückzugsstrategien.

Es ist genau diese Bruchstelle, die mich interessiert, der Moment des Nachgebens, des Rückzugs zum Selbstschutz. Ein Zustand, in dem sich Entspannung, spürbare Anspannung und Unwohlsein überlagern, ein Etwas zwischen Abwesenheit und Erwartung… Der oder das andere wird auf Distanz gehalten, es gibt keinen Zugang, der oder das andere ist unerwünscht und in keiner Weise erreichbar. Zerbrechliche Körper – zerbrechlich wegen der Überbelichtung. Die Körper zerfallen in der sie umfassenden, bröckligen Intimität.

Sämtliche Personen werden abgebildet, als wären sie gefroren. Sie sehen aus, als wären sie mit dem Meissel geschaffen.
Das unterstreicht und verstärkt die Funktion des Körpers als Grenze zwischen dem Ich und dem anderen. Die Haut wird zu einem dünnen, fragilen und von Malen gekennzeichneten Überzug. Das Bild tritt in eine Beziehung zum Betrachter, zu dessen unentschiedenen, unentscheidbaren Gefühlen, die schwanken zwischen der Anziehungskraft, welche die ausgestellten Körper in diesem glänzenden, "gefrorenen" Bild ausstrahlen, und der Unmöglichkeit, sich in sie hineinzuversetzen.

Biografie
1983 geboren in Vevey
2002–2005 EAA (Ecole supérieure d’Arts Appliqués), Abteilung Fotografie, Vevey
seit 2005 Ecole supérieure des Beaux-Arts, Schwerpunkt CCC (Critical, Curatorial, Cybermedia), Genf

Gruppenausstellungen
2005 "L’Homme et la machine", Quai1, Vevey
"Vevey - Arsenic: des images pour un théâtre", Théâtre de l’Arsenic, Lausanne
2004–2005 "Esprit de corps", Haute Ecole de la Santé de Bois-Cerf, Lausanne
2004 "Festival Images’04: "’Emporte-moi !’ Exstase, possession et autres transports", Vevey

Gruppenprojekte
The Museum, the Collection, the Frame
Gruppenprojekt von CCC-Studenten, in Zusammenarbeit mit Marc Dion und Moyra Davey, Ausstellungsort ist voraussichtlich Genf (2006)
CROSSKICK - Europäische Kunsthochschulen zu Gast in deutschen Kunstvereinen
Kuratorenprojekt von CCC-Studenten für die Halle für Kunst, Lüneburg

Die Ausstellung ist ein Beitrag des Photoforums PasquArt zur 10. Ausgabe der Bieler Fototage.


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